Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten stellt seit Kurzem einen neuen Service zur Verfügung, der Ergotherapeutinnen helfen soll, beweisbasiert zu arbeiten. Dieser Service ist nur für Mitglieder des DVE nutzbar.
Es handelt sich um die sogenannte EBP-Datenbank – Datenbank für die evidenzbasierte Praxis von Ergotherapeuten. Darin sind zurzeit mehr als 1200 Zusammenfassungen von Studien zu finden, die für Ergotherapeutinnen relevant sind. Einbezogen werden alle Studien, auch internationale, die Zusammenfassung sind jedoch auf deutsch. Jeder Eintrag enthält eine Bewertung sowohl durch den DVE anhand eines +/- -Systems als auch durch die etablierten Bewertungssysteme PRISMA bzw. PEDro. Jede Arbeit wird klassifiziert, so ist sofort ersichtlich, um welche Art von Studie es sich handelt. Eine Auswahl von der Studie zugrundeliegender Literatur wird außerdem genannt.
Angeschlossen ist ein ausführliches Glossar, das bei der Nutzung der Datenbank selbst hilft, aber auch bei der Bewertung der Studien selbst.
Die EBP-Datenbank erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird jedoch laufend erweitert. Sie bietet einen guten Einstieg bei der Suche nach relevanten Studien und gibt Hilfestellung für deren Beschaffung. Die Suchmaske ist sehr variabel nutzbar und gibt weitreichende Suchhilfen vor.
Nach dem ersten Test bin ich ganz angetan von diesem Service und gespannt, was Sie dazu sagen.
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Markus
/ 14. August 2010Wie
gemeinschade…in Österreich gibt’s noch nichts Vergleichbares…schick mit doch gleich mal deine Zugangsdaten…ergo scriptum
/ 14. August 2010Markus
/ 15. August 2010Nö, eigentlich nicht, PEDro hat – wie die meisten Datenbanken – das Problem, dass nur Abstracts abgerufen werden können, und damit kann ich (bis auf Ausnahmefälle) kaum was anfangen, wenn es dann an Volltextversionen geht, wird es recht schnell ziemlich teuer.
Ich habe hier in Umeå die universitäre Datenbank sehr zu schätzen gelernt, praktisch jeder Artikel aus den relevantesten Journalen ist entweder sofort als Volltext-PDF abrufbar, oder liegt in der Bibliothek zum Kopieren bereit.
Natürlich gibt’s auch im Internet fallweise die Möglichkeit an Volltexte zu kommen, dazu wird’s dann auf der Link-Seite des handlungs:plan eine ausführliche Sektion geben – dauert aber noch ein bisschen.
Und für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten auch empfehlenswert ist die Suchmaschine OT Seeker – es gibt zwar auch “nur” Abstracts, aber dafür alles schön ergotherapeutisch…prinzipiell wertvoll.
P.S.: Ich bin echt gespannt, wann es mit gelingen wird, hier den ersten Kommentar ohne Rechtschreibfehler zu verfassen, ist echt eine schlechte Visitenkarte für mich…
ergo scriptum
/ 15. August 2010Hmm, die EBP-Datenbank stellt auch keine Volltextversionen zur Verfügung, sondern fasst die Studien zusammen, fügt die Bewertungen hinzu und ermöglicht per link zur Quelle das schnelle Finden des Volltextes. Bestellen und bezahlen muss man dann immer noch. Insofern würde ich denken, dass PEDro und EBP doch einiges gemeinsam haben.
Deinen Hinweis auf die OT Seeker finde ich sehr nützlich. Als ich Ausbildung gemacht habe, war von evidenzbasiert etc. noch keine große Rede, deshalb lerne ich auf diesem Gebiet gerade viel dazu.
Auf die Linksammlung des handlungs:plans werde ich bestimmt auch mal zurückgreifen. Hört sich vielversprechend an.
Und wegen der Rechtschreibung mach dir mal keine Sorgen: Für mich als Lektorin ist das viel rufschädigender und wenn Du Dir meinen Artikel durchguckst, findest Du auch einige Schnitzer. Blogs sind nun mal schnelle Medien, da kann das leicht passieren. Aber wehe, wenn’s ernst wird: Bücher, Websites etc.!
ergo scriptum
/ 22. August 2010Hier der Link zu einer Beschreibung der EBP-Datenbank: http://www.dve.info/aktuelles/detail/article/?&tx_ttnewstt_news=828
to
/ 31. August 2010Der Zugang zu den Datenbanken ist ja ein ganz allgemeines Problem im “erweiterten medizinischen Bereich”. Eigentlich sollte dieses Wissen allen, die es betrifft, zugänglich sein.
Aber, nö, massive Beschränkungen, bzw. teilweise extreme Preise machen das fast unmöglich
Zwar ist schon klar, dass Studien teilweise teuer sein können und nicht jeder Inhalt für die breite Öffentlichkeit “tauglich” ist – aber es sollte ein Lösung geben.
Auf der einen Seite wird immer von der Wissensgesellschaft geschwafelt, und auf der anderen Seite, ist diese dann doch wiederum sehr elitär und begrenzt.
Wir bräuchten einen internationalen Ausweis, der einen als Zugehöriger zu einem passenden Beruf (Medizin, Pflege, Therapie…) ausweist und der jeweiligen Person !international! Zugriff auf die Datenbanken gewährt – und die Volltexte zu vernünftigen Preisen zur Verfügung stellt.
Computerprogramme welche dann die jeweiligen Datenbanken automatisch nach den angegebenen Kriterien abfragen und die gewünschten Dokumente herunterladen und verwalten gibt es ja. Was fehlt ist ein vernünftiger Zugang zu diesen Dokumenten.
ergo scriptum
/ 31. August 2010Der angestrebte Standard, beweisbasiert zu arbeiten, wird wohl nicht erreicht werden können, wenn man dafür auf der einen Seite viel Geld bezahlen muss, das man auf der anderen Seite aber nicht wieder erwirtschaften kann. Deine Idee, lieber to, mit dem international gültigen Ausweis, hört sich jedenfalls nach einer guten Lösung für das Problem an, zumindest für die Nutzer. Allerdings nicht für die Wissenschaftsverlage. Wie viel von den Einnahmen wirklich an die Sudienmacher geht, weiß ich zwar nicht ganz genau, aber ich schätze, die Gebühren für die Studien sind nicht wegen der tatsächlichen Studienkosten so wie sie sind.
to
/ 1. September 2010Ja, und nicht nur das beweisbasierte Arbeiten kommt so zu kurz (wie so arbeiten, wenn man keinen Zugriff auf die “Beweise” hat?), es geht auch auch um das Wissen im Allgemeinen und damit direkt um die Versorgung der Patienten.
Ich bezweifle, dass die Studien auf diese Einnahmen angewiesen sind, deren Finanzierung ist sicherlich schon im Voraus gesichert (über die üblichen Kanäle!) – hier geht es um Zusatzeinnahmen für die jeweilige Institution, den Hauptverantwortlichen der Studie und die Wissenschaftsverlage…
Gut – sollen auch die Geld verdienen.
Ich sage ja nicht, dass dieser “internationale Ausweis” gratis sein muss – wenn er (Hausnummer) 10 Euro pro Monat kostet (was sich, denke ich, fast jeder in so einem Beruf leisten kann), käme genug Geld zusammen.
Aber das sind nur Gedankenspiele, und dahinter taucht schon wieder eine ganze Kette von Problemen auf (wer verteilt das Geld wie?, nationale Vorbehalte?, Eitelkeiten der Institutionen? etc.).
Aber irgendetwas in dieser Art bräuchte es ganz dringend – in welcher Form auch immer.
ergo scriptum
/ 1. September 2010Hast Du Deine Idee schon mal den Berufsverbänden vorgestellt? Vielleicht sind sie ja auf der Suche nach guten Lösungen? Schnelle Veränderungen würde ich persönlich in dieser Frage aber nicht erwarten.
to
/ 1. September 2010Nein, habe ich nicht, ich würde mir davon auch nichts erwarten – deren Einfluss ist zu gering. Dazu bedürfte es enormer politischer Anstrengung.
Aber ich bin sicher nicht der Erste mit dieser Idee…
Leider!
Ich bin an diesem Thema aber schon länger dran und werde es auch bleiben.
Ach ja – die Linksammlung am Handlungsplan ist nun mit ersten Links online:
http://www.handlungsplan.net/links-mehr/